VCM Club of Honour: Rekordläuferin Brigitte Heinz

17.03.2018

Brigitte HEINZ läuft heuer ihren 25. Marathon beim VCM in Wien. Anbei im sehr lesenswerten Portrait via VCM Newsletter.

VCM Club of Honour: Rekordläuferin Brigitte Heinz

VCM Club of Honour: Rekordläuferin Brigitte Heinz

 

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Die Niederösterreicherin läuft heuer ihren 25. Marathon beim VCM. Ein Portrait

Als Anerkennung für langjährige sportliche Leistungen und Verbundenheit zur Veranstaltung haben wir anlässlich des 35. Vienna City Marathon den VCM Club of Honour ins Leben gerufen. Alle Läuferinnen und Läufer, die mindestens zehnmal den Vienna City Marathon (42,195 km) erfolgreich absolviert haben, werden automatisch aufgenommen. Wir bewundern diese sportliche Ausdauer und Begeisterung und sagen damit DANKE!

In dieser Ehrenliste des "VCM Club of Honour" ist Brigitte Heinz die Rekordläuferin. Keine andere Frau ist öfter beim Vienna City Marathon gelaufen. Sie startet heuer zum 25. Mal auf der vollen Marathondistanz. Deshalb und passend zum Internationalen Frauentag am 8. März stellen wir sie hier mit einem Portrait vor.

"Jeder Marathon ist anders“

1989 lief die heute 59-jährige Brigitte Heinz ihren ersten Marathon. Damals war Vieles noch anders: „Zum Beispiel sind wir beim Schloss Schönbrunn gestartet, es gab noch keinen Chip für die Zeitmessung, es waren insgesamt natürlich viel weniger Läufer und auch Frauen, glaube ich, nur rund 130, die ins Ziel kamen.“ Sie fügt noch hinzu: „In den Achtzigerjahren war Marathon eine richtige Männerdomäne, da hat man als Frau sehr viel Bewunderung geerntet, wenn man mitgelaufen ist. Ich bin froh, dass es heute viel mehr Frauen sind, die die volle Marathondistanz laufen.“

Bereits im November beginnt sie alljährlich ihr Training und läuft vier bis fünfmal die Woche ihre Trainingsrunden. Da sie jeden Tag von Traisen in Niederösterreich nach Wien zu ihrem Arbeitsplatz in die Prinz Eugen Straße pendelt, kommt es auch manchmal vor, dass sie in Wien um 7 Uhr morgens vor Bürobeginn trainiert. Nach ihren Zeitzielen befragt, erzählt sie, dass sich diese manchmal „schon beim Start herauskristallisieren.“ „Meine besten Zeiten bin ich bei den kühlen Temperaturen von vier bis 5 Grad gelaufen. Aber per se ist es immer eine Frage der Tagesverfassung und letztlich eine Kopfsache.“ Denn ab Kilometer 20 sei es eine Frage der Eigenmotivation und der Rücksprache mit dem eigenen Körper: „Ich finde es spannend zu sehen, wie man mit dem eigenen Körper arbeiten kann und Wille, Motivation und Ausdauer zusammenspielen.“ Dennoch ist für Brigitte Heinz nach bisher 24 erfolgreichen Starts über 42,195 km „jeder Marathon anders“.

Nur einmal, im Jahr 2015, ist sie nicht angetreten, und in diesem Jahr hat sie sich erstmals in Ruhe die ORF Live-Übertragung im Fernsehen ansehen können. Die TV-Bilder der begeisterten laufenden Menschen bei „ihrem Marathon“ haben sie letztlich so motiviert, sich auf der Stelle für 2016 anzumelden. „2015 ist Christoph Sumann mitgelaufen. Das hat mich so beeindruckt und es hat mich sofort wieder das Marathonfieber gepackt“, erzählt sie.

“Ein Halbmarathon ist schon schön, aber es ist eben kein Marathon“

Wenn man es genau nimmt, ist Brigitte Heinz bereits 29 Mal gestartet, dazwischen hat sie einige Halbmarathons bestritten. Aber, wie sie selbst sagt: „Ein Halbmarathon ist schon schön, aber es ist eben kein Marathon.“ Wenn Frau Heinz heuer zum 25. Mal die volle Distanz läuft, dann erwartet sie auch diesmal eine kleine Fangemeinde im Zielbereich. Darunter selbstverständlich auch ihr Mann, der sie mit einem Bier nach dem Zieleinlauf erwartet. „Das Gefühl wenn man auf der Ringstraße die letzten Kilometer läuft, wo einen tausende Menschen anfeuern und man dann ins Ziel kommt, das ist einfach unbeschreiblich und der Stolz unermesslich groß.“

Nach dieser Euphorie kehrt alljährlich natürlich auch Erschöpfung ein, und so fragt sie sich jedes Jahr auf der Heimreise nach Niederösterreich, ob „ich mir das im nächsten Jahr wieder antun soll.“ Aber, und da lacht sie, „nach wenigen Stunden ist es ganz eindeutig und klar. Selbstverständlich melde ich mich wieder an und selbstverständlich möchte ich wieder mitlaufen. Marathon ich komme wieder.“ Frau Heinz hat die Lust am Laufen auch schon auf die übernächste Generation weitergegeben. Alle vier Enkelkinder laufen bei den verschiedensten Läufen mit und werden dabei natürlich von der motivierenden Großmutter begleitet. „Das ist für mich ganz klar, weil wenn ich die vier dazu bringe, dann muss ich auch mitlaufen.“ Und gleichzeitig ist das ja auch ein bisschen Training.

“Die Kondition und Ausdauer durch den Laufsport helfen mir in Alltag, Job und Familie“

Nach bald drei Dekaden Lauferfahrung weiß sie, dass es nicht nur um diesen einen Sonntag im Jahr geht: “Diese Grundkondition und die Ausdauer, die man durch die regelmäßigen Bewerbe bekommt, die hilft einem auch im Alltag, im Büro und mit der Familie. Das ist etwas dass ich nicht missen möchte.“ Im Freundeskreis ist Brigitte Heinz, die einzige, die am Vienna City Marathon in dieser Regelmäßigkeit teilnimmt. So hat sich durch die Jahre eine regelrechte Fangemeinde gebildet. Im September feiert Brigitte Heinz ihren 60. Geburtstag und „soweit es die Gesundheit zulässt“ möchte sie weiterhin die 42,195 km laufen. Es geht ihr dabei nicht um ein „Muss“, aber die Freude ins Ziel zu kommen ist „einfach riesengroß“, jedes Jahr aufs neue. Auf die Frage nach internationalen Marathonerlebnissen antwortet sie: “Wien ist so schön. Ich muss nicht um die Welt fliegen um einen tollen Marathon zu erleben, wenn ich ihn hier vor der Haustüre habe.“

VCM News / Katharina Kula